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Staatliche Realschule Bad Brückenau
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Politische Bildung am historischen Ort: Exkursion der 10. Klassen nach Dachau und München

Fächerübergreifender Unterricht, authentische Lernorte und die Stärkung sozialer Kompetenzen – diese zentralen Anliegen des bayerischen Lehrplans standen im Mittelpunkt einer zweitägigen Exkursion, die unsere 10. Klassen zusammen mit ihren Lehrkräften Frau Lang, Herr Brust und Frau Pollithy (Organisatorin) Ende Februar nach Dachau und München führte.

Erste Station der Reise war die KZ-Gedenkstätte Dachau. Bei einer intensiven Führung über das Gelände setzten sich die Schülerinnen und Schüler unmittelbar mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander. Der Besuch des „Prototyps“ aller Konzentrationslager vermittelte einen eindrücklichen Einblick in die Systematik der Unterdrückung: Von der Inhaftierung politischer Gegner über die beengten Lebensverhältnisse in den nachgebauten Baracken bis hin zur grausamen Realität der medizinischen Experimente und der Krematorien. Anhand von Einzelschicksalen erhielten die Zehntklässler die Gelegenheit, die bedrückenden Eindrücke historisch einzuordnen und zu vertiefen.

Nach einem Abend, der Raum für kulturelle Erkundungen in München bot, stand der zweite Tag ganz im Zeichen der nationalsozialistischen Zeit in der Stadt München. Den Auftakt machte dabei eine Stadtführung zu historischen Schauplätzen im Zentrum Münchens, die während der NS-Diktatur eine besondere Rolle spielten. Anschließend stand der Besuch des NS-Dokumentationszentrums auf dem Programm. In Kleingruppen arbeiteten die Lernenden unter professioneller Anleitung die Rolle Münchens als „Hauptstadt der Bewegung“ auf. Dabei rückten nicht nur politische Plakate und die NSDAP-Ideologie in den Fokus, sondern auch der Alltag der Menschen: Die Verstrickung Münchner Industriebetriebe, Fußballvereine und traditioneller Institutionen in das NS-Regime zeigten die allumfassende Dimension der Diktatur. Besonders bewegend war die Arbeit mit digitalen Archiven, die es einigen Schülerinnen und Schülern ermöglichte, nach Verfolgten aus ihrer Heimatregion zu recherchieren und so einen persönlichen Bezug zur Geschichte herzustellen.

Erschöpft, aber bereichert um viele neue Perspektiven und geschichtliche Erkenntnisse, traten die Klassen die Heimreise nach Unterfranken an. Die Fahrt bildete nicht nur eine inhaltliche Brücke zwischen dem Geschichtsstoff der 9. Jahrgangsstufe und dem neuen Fach „Politik und Gesellschaft“ der Abschlussklasse, sondern leistete auch einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Klassengemeinschaft. Eine eindrucksvolle Bildungsreise, die noch lange nachwirken wird.

 

Ines Pollithy